Chronik

Gründung der Altschützen

Der Gründungstag der „Altschützen Eggstätt“ war der 20. Januar 1884. Als Gründungsmitglieder sind überliefert: 1. Schützenmeister Dr. Ignaz Sandtner, Josef Mitterer, Johann Riedl, Josef Reithmeier, Georg Frank, Josef Baumann, Georg Hammberger, Georg Wölkhammer, Georg Reiter, Jakob Widemann, Lehrer Leonhard Scherzer, Max Huber aus Weisham, Voit aus Aufham und Gröber, Reifbauer von Haus. Das Schießlokal befindet sich seit Bestehen der Schützengesellschaft im Gasthof Widemann, dem „Unterwirt“ in Eggstätt.

Vortelschießen waren damals sehr beliebt. Jeder Schütze musste ein Vortel im Wert von 2 Mark stiften. Auch das Kegelschießen wurde schon fleißig betrieben. Bei einem Strohschießen bekam der Zieler jeweils 2 Mark. Regelmäßig wurde von November bis März geschossen. Alljährlich fand ein festliches Endschießen statt, erstmals am 29. Juni 1885. Für dieses Sommerfest-/ Endschießen mit Schützenfestzug ist das Programm noch erhalten.

In dem noch vorhandenen Schützen-Kassenbuch für das Jahr 1884-1885 sind 25 Mitglieder verzeichnet. Vom Gründungsjahr 1884 bis 1891 war Dr. Ignaz Sandtner 1. Schützenmeister Geschossen wurde mit Zimmerstutzen. Anscheinend hatten die meisten Schützen ein eigenes Gewehr. Erst am 22. Februar 1912 wurde für 15 Mark ein Kommunenstutzen gekauft. Man achtete damals sehr auf regelmäßigen Besuch der Schießabende und registrierte jedes Versäumnis, wofür 20 Pfennige Strafgebühr zu bezahlen waren.

 

Aus der Satzung von 1907

In der Satzung der „Altschützen Eggstätt“ ist u.a. festgelegt (Auszug aus der Satzung vom 14. November 1907):

  1. Zweck der Gesellschaft ist Übung im Schießen und gemütliche Unterhaltung ohne jegliche politische Tendenz.
  2. Mitglieder können Männer werden mit unbescholtenem Ruf.
  3. Die Mitglieder unterscheiden sich in
    1. ordentliche
    2. außerordentliche (Ehren-) Mitglieder.
  4. Die ordentlichen Mitglieder zahlen beim Anfangsschießen 50 Pfennige Jahresbeitrag; bei jedem Schießen 20 Pfennige, wenn derselbe nicht schießt; Ehrenscheibenschießen 5 Pfennige. Beim Endschießen haben die Herren Schützen Berechtigung, die den vollen Betrag gezahlt haben, Krankheitsfälle ausgenommen. Die außerordentlichen (Ehren-) Mitglieder zahlen beim Anfangsschießen (auch nachträglich) 50 Pfennige Jahresbeitrag; sie sind im Schützenlokal willkommen, haben aber keinen Anspruch zum Endschießen. Zahlen sie freiwillig die 5 Pfennige jedes mal zur Ehrenscheibe, so sind sie angehalten, einen Vortel nach Bestimmung des Wertes zu geben.
  5. Jedes ordentliche Mitglied hat beim Vortelschießen 10 Schuß auf die Scheibe zu machen wo von 30 Kreisen gerechnet wird; einen Schuß auf die Ehrenscheibe, wo nur der 1. den Vortel gewinnen kann.

 

Rege Tätigkeiten bis zum Ersten Weltkrieg

Von 1891 bis zum Jahre 1898 ist Dr. Franz Gebhardt 1. Schützenmeister. Aus dem in jener Zeit eingeführten Fastnachtschießen und dem damit verbundenen Tanzvergnügen ging das auch heute noch sehr beliebte, zur Tradition gewordene „Schützenkranzl“ hervor, das jährlich am Rosenmontag beim „Unterwirt“ stattfindet.

1898 wurde Dr. Franz Xaver Köberle 1. Schützenmeister. Im selben Jahr wurde das erste Pokalschießen abgehalten. In einem der schon erwähnten Kassenbücher sind am 22. Februar 1899 Ausgaben von 6 Mark für eine Ballmusik vermerkt. Im März 1909 ist erstmals von einem Tanzkränzchen die Rede. Die Eintragung vom 3. Februar 1913 besagt, dass beim Schützenkranzl für die Zeche für Schützenliesl, Zieler und Jungschützen sowie für die abholenden Musikanten 6,19 Mark aus der Vereinskasse bezahlt wurden.

Vom 31. Juli 1904 liegt ein Programm des an diesem Tage abgehaltenen großen Preisschießens / Endschießens vor.

Eine Satzung (Statuten) der „Altschützengesellschaft Eggstätt“ wurde am 4. August 1907 – mit neuer Fassung und Ergänzung zum 14. November 1907 – erstellt.

Die „Altschützen“ feierten 1909 das 25-jährige Bestehen ihrer Gesellschaft mit einem Jubiläumsschießen. In den Jahren ab 1908/09 wurden auch Christbaumversteigerungen abgehalten, meist in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr.

Ab 1911 waren die Geistlichen des Ortes oftmals Mitglieder der Altschützengesellschaft. Mathias Schausbreitner übernahm 1914 das Amt des 1. Schützenmeisters und hatte es bis 1931 inne. Dr. Franz Xaver Köberle wurde zum Ehren-Schützenmeister ernannt. Während des 1. Weltkrieges standen viele Schützenkameraden im Felde. Postkarten von den Kameraden an den verschiedenen Fronten zeugen von der Verbundenheit mit den in der Heimat verbliebenen älteren Kameraden. So mancher „Altschütze“ musste sein Leben auf dem Schlachtfelde opfern oder wurde schwer verwundet.

 

Dem 50-jährigen Jubiläumsfest entgegen

Nach dem 1. Weltkrieg erlebte die Altschützengesellschaft, auch zahlenmäßig gesehen, einen großen Aufschwung. Oft waren weit über 30 Schützen an den Schießabenden anwesend. Besondere Vorkommnisse ereigneten sich während dieser Zeit nicht.

Ernst Kiener war von 1931 bis 1933 1. Schützenmeister. Inspektor Hämmerle vom Staatsgut Weitmoos wurde 1933 zum 1. Schützenmeister ernannt und blieb es bis zum Jahr 1934.

Die „Altschützen“ feierten am 16. September 1934 ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Festschießen. Über 60 Schützen haben daran teilgenommen, auch die Jung- und Sägschützen. Das noch vollständig erhaltene Programm dieses Festes mit den Schießbedingungen und der Liste der insgesamt 30 Preisträger auf „Ehrenscheibe“, auf „Haupt“ und auf „Glück“ bezeugt das große Interesse am Schießsport in jener Zeit.

Jakob Wörndl wurde 1934 zum 1. Schützenmeister gewählt. Geschossen wurde seinerzeit auf eine Entfernung von 6 Meter. Die „Ehrenscheibe“ erhielt der Schütze mit dem bester Tiefschuss. Weitere 10 Ehrenpreise, 16 Geldpreise sowie 2 Fahnen konnten gewonnen werden. Auf „Haupt“ konnten 3 Schuss abgegeben werden, gewertet nach Ringzahl, 20 Geldpreise mit 2 Fahnen. Bei 5 Schuss, gewertet nach Ringzahl, konnten auf „Glück“ insgesamt 60 Geldpreise mit 3 Fahnen erkämpft werden. Das Jubiläumsschießen zum 50-jährigen Bestehen der „Altschützengesellschaft“ Eggstätt konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Schützengesellschaft „Altschützen“ Eggstätt wurde am 20. Januar 1936 dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angeschlossen; das hieß Gleichschaltung aller Vereine und Gesellschaften mit der Einheitssatzung vom 16. Januar 1936. Am Schießbetrieb und am gemütlichen Beisammensein hat sich dadurch nichts geändert.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden viele Schützenkameraden zum Militär- und Kriegsdienst einbezogen. Zeitweise konnte der Schießbetrieb aufrecht erhalten werden. 1942 kam die Vereinstätigkeit aber zum Erliegen.

 

Bescheidener Neubeginn 1949 / 1950

Der Zusammenbruch bewirkte 1945 mit dem grundsätzlichen Verbot aller Waffen automatisch die vorübergehende Auflösung der Altschützengesellschaft. In den Jahren nach dem Kriege sah es für die Schützen trostlos aus. Es schien, als ob ans Schießen, gleich welcher Art, in absehbarer Zeit überhaupt nicht zu denken wäre. Das änderte sich aber unerwartet schnell.

Schon 1949 konnten nicht abgelieferte Jagt- und Sportwaffen, also auch Zimmerstutzen, aus ihren Verstecken gegen eine bestimmte Amnestiegebühr hervorgeholt werden. Trotzdem gab es unter den Schützen lange Gesichter, da die Munitionspreise so hoch waren, dass das Schießen als Volkssport nicht aufrecht erhalten werden konnte. Bescheiden wie man damals noch war, griff man auf das Luftgewehr zurück, vielen aus der Zeit vor dem Kriege als Knabengewehr bekannt. Man schoss auf eine 12-kreisige Scheibe.

Es ist verständlich, dass viele, vor allem die älteren Schützen, sich nur widerstrebend mit diesen Gegebenheiten ab fanden. Schon bald durften aber gezogene Läufe gefertigt werden. Schnell gelang es den Waffenherstellern Luftgewehre zu entwickeln, die in ihrer Ausstattung, Handhabung und vor allem ihrer Schießleistung dem Zimmerstutzen vollkommen ebenbürtig sind.

Unter diesen Voraussetzungen ist die Altschützengesellschaft schon 1950 wieder zusammengetreten. Allerdings sind anstelle der früheren „Stamm-Mannschaft“ vielfach deren Söhne getreten. Auch Neubürger wurden Mitglieder der Altschützengesellschaft. Jakob Wörndl, schon seit 1934 1. Schützenmeister, wurde 1950 in seinem Amte bestätigt.

 

Eine gemeinsame Schützenkette

1954 stiftete man die gemeinsame Schützenkette. Auf Betreiben Jakob Wöndels taten sich die Eggstätter Schützengesellschaften zusammen, um gemeinsam eine Schützenkette zu stiften. Dabei hat sich Josef Prögler, ein Sohn des verstorbenen Zielers Georg Prögler, durch die Sammlung von Talern sehr verdient gemacht. Die gestiftete Schützenkette wird jährlich einmal unter den vier Schützengesellschaften des Ortes unter Beachtung der Schießregeln ausgeschossen, die in der 1954 erstellten Satzung für das Ausschiessen der Schützenkette verankert sind.

 

Gauschießen und 75-jähriges Jubiläum

Die „Altschützen“ feierten 1957 ihr 75-jähriges Jubiläum. Vom Gauschützenmeister wurde den Eggstätter Schützengesellschaften das 5. Gauschießen des Schützengaues Chiemsee-Prien angetragen. Aus diesem Grunde sollte das zwar erst 1959 fällige 75-jährige Jubiläumsschießen der Altschützen um zwei Jahre vorverlegt und damit verbunden werden. Diesen Vorhaben stellten sich jedoch manche Hindernisse der verschiedensten Art in den Weg.

Teilweise zeigten die Mitglieder der örtlichen Schützengesellschaften wenig Interesse, vor allem, weil ihnen das finanzielle Risiko zu hoch erschien. Über die Auswahl des Austragungslokals konnte ebenfalls keine Einigung erzielt werden. Trotz dieser Widrigkeiten gab sich Schützenmeister Jakob Wörndl nicht geschlagen. Er wollte eine eindrucksvolle Jubiläumsfeier veranstalten und verfolgte dieses Ziel mit Beharrlichkeit. Damit hat er sich ein Denkmal gesetzt. Es gelang ihm, die Altschützen davon zu überzeugen, dass sie in der Lage wären, das Schießen abzuhalten, zumal die Mitglieder des Gauausschusses in anerkennenswerter Weise ihre Unterstützung mit Rat und Tat zugesichert hatten. Als Schirmherr konnte Landrat Georg Knott gewonnen werden.

Großen Verdienst erwarb sich damals Daniel Knott, er war der unermüdliche Organisator und wusste überall Rat. So konnte das Schießen einen reibungslosen Verlauf nehmen. Die Eggstätter Geschäfte und sonstige Gönner unterstützten dankenswerterweise mit Geld- und Warenpreisen das Gau- und Jubiläumsschießen. Zur Ausgestaltung des Saales stellte der damalige 2. Schützenmeister Wenzel Schaffer Holzfaserplatten, Schrauben usw. kostenlos zur Verfügung und der Herbergswirt Jakob Widemann Bretter, Bohlen und Stifte. Ernst Kiener gestaltete, unterstützt von einigen Schützenkameraden, den Tanzsaal in eine geschmackvoll dekorierte Schießhalle um.

Der Aufbau der Schießstände war vor allem das Werk von Georg Seiderer, Konrad Hermann, Josef und Georg Prögler, Jakob Wörndl und Josef Huber. Es gelang, im Saal 13 Stände unterzubringen. Um auch für einen starken Andrang gerüstet zu sei, wurden in der ehemaligen Kegelbahn zusätzlich vier Schießstände errichtet. Die Kugelkästen und Scheibenzüge wurden von den örtlichen und von benachbarten Schützengesellschaften bereitwillig zur Verfügung gestellt.

 

240 Schützen beim Jubiläum

Am Samstag, den 31. August 1957 wurde um 14 Uhr durch einen Böllerschuß das Zeichen zum Schießbeginn gegeben. Bürgermeister Heinrich Knott gab den ersten Schuß ab und eröffnete damit das Gau- und Jubiläumsschießen. Die Beteiligung mit über 240 Schützen war gut. Besonders zahlreich war der Besuch der Schützenkameraden aus Rimsting, Prien, Wildenwart, Aschau und Halfing. Es konnten 92 Preise im Wert von 5 DM bis 150 DM vergeben werden. Auf die Glück-Scheibe wurden 30 Preise im Wert von 3 DM bis 40 DM, auf die „Adlerscheibe“ 50 Preise von 3 DM bis 80 DM ausgeschossen. Als Gauschützenkönig ging H. J. Erhard hervor, Altschützenmeister Jakob Wörndl wurde zweiter. Den Titel des Gaumeisterschützen errang sich Franz Hornberger aus Aschau.

1958 wurde Konrad Herrmann sen. Gaukönig, Josef Westermeier konnte sich 1958 Gaumeister und 1959 Gaukönig nennen.

 

Eine gemeinsame Schützenfahne

1960 wurde eine gemeinsame Schützenfahne angeschafft. Die Stiftungsidee für eine Schützenfahne war in erster Linie in dem Bemühen zu sehen, die Vier Eggstätter Schützengesellschaften unter einer Fahne zu einem starken Verein zusammenzuschließen. Hauptinitiator um die Anschaffung einer Schützenfahne war wiederum Altschützenmeister Jakob Wörndl sen. Eine Finanzielle Grundlage für die Anschaffung der Fahne schuf man mit einer Haussammlung. Die Mittel reichten allerdings noch nicht aus, um die voraussichtlich entstehenden Kosten zu decken. Deshalb trat Jakob Wörndl sen. mit der Bitte um eine Spende an Valentin Knott (Firma Knott) heran, der sich auf dieses Ansuchen hin zu einer Stiftung bereit erklärte und bei der künstlerischen Gestaltung der Fahne beratend zur Seite stand. Nach eingehender Begutachtung der ersten Entwürfe wurde eine Münchner Firma mit der Anfertigung der Fahne beauftragt. Als Zeitpunkt der Fahnenweihe wurden der 13. und 14. August 1960 festgelegt. Für die Schirmherrschaft konnte Valentin Knott gewonnen werden.

Auf der ehemaligen Schulspielwiese wurde das große Festzelt aufgestellt. Am Samstag, 13. August, dem Vorabend der Fahnenweihe, fand im Festzelt ein Schützenabend statt, den die Eggstätter Heimatsänger, der Trachtenverein D`Hartseer Eggstätt, die Blasmusik Eggstätt-Seeon und die Bernauer Alphornbläser gestalteten.

Die Ehrenkompanie der Schwoicher Schützen / Tirol war ebenfalls anwesend.

 

Festliche Fahnenweihe

Der Tag der Fahnenweihe, am 14. August 1960, begann mit dem musikalischen Weckruf bei Schirmherr Valentin Knott, der Fahnenmutter Berta Scherr und der Fahnenbraut Anni Blank. Nach dem Einholen der Gastvereine sowie der Ehrenabordnung der Andreas Hofer-Schützen fanden sich alle Teilnehmer zum Festgottesdienst ein, der von Pfarrer Johann Sänger zelebriert wurde und in dessen Verlauf die Fahne gesegnet wurde. Patenverein bei der Fahnenweihe war die Schützengilde von Gollenshausen. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug unter den Klängen von mehreren Musikkapellen durch das festlich geschmückte Dorf.

Bei der im Herbst 1963 abgehaltenen Generalversammlung trat Altschützenmeister Jakob Wörndl von seinem Amt als 1. Schützenmeister, das er seit 1934 inne hatte, als Altersgründen zurück. Bei der Neuwahl wurde Johann Schmid, damals Oberlehrer in Breitbrunn, zum 1. Schützenmeister gewählt. Jakob Wörndl wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Am 26. Mai 1964 verstarb nach kurzer Amtszeit der 1. Schützenmeister Johann Schmid viel zu früh im Alter von 52 Jahren. Er war der Verfasser und Begründer der Vereinschronik. In der fälligen Generalversammlung im Herbst 1964 wurde der bisher 2. Schützenmeister Sebastian Antretter zum 1. Schützenmeister gewählt.

In den Jahren 1965 / 66 gab es bei allen Eggstätter Schützengesellschaften, den Alt-, Jung-, Säg- und Moosschützen regen Schießbetrieb mit gegenseitigen Besuchen und Vergleichsschießen. Am 23. Januar 1965 verstarb Ehrenschützenmeister Jakob Wörndl, am26. Dezember 1966 verstarb Daniel Knott, der seit 1957 2. Schützenmeister war.

 

Rundenwettkämpfe im Schützengau

1967 / 68 wurde erstmals an den Rundenwettkämpfern des Schützengaues Chiemgau-Prien mit einer 1. Mannschaft teilgenommen. Nach einem 3. Platz in der ersten Saison wurde bereits im nächsten Jahr der Aufstieg in die B-Klasse erkämpft. Außerdem wurde eine zweite Mannschaft eingesetzt, der später auch eine Damenmannschaft folgte.

Am 15. Oktober 1973 verstarb Gastwirt Jakob Widemann, der Herbergsvater der Altschützen. Sein Wirken war Jahrzehnte eng mit den Geschicken der Altschützengesellschaft verbunden.

In der Hauptversammlung 1973 wurde ein jährliches Weihnachtsschießen mit Rehessen vereinbart. Dieses erfreut sich ebenso wie die jährliche Preisverteilung im Mai größter Beliebtheit.

Das Königschießen 1974 wurde turnusmäßig von den Altschützen im Schießlokal Widemann Ausgerichtet. Es wurde ein voller Erfolg und erbrachte erfreulicherweise auch mit Herbergsvater Jakob Widemann den Schützenkönig aus unseren Reihen. Der 1. Mannschaft gelang 1975 der Wiederaufstieg in die B-Klasse.

1978 wurde im Gasthaus Widemann der gemeinsame Schützenstand der Alt- und Jungschützen errichtet und eingeweiht.

In der Hauptversammlung am 12. Oktober 1979 stellte sich Sebastian Antretter nicht mehr zur Wahl, 1. Schützenmeister wurde nun Herbert Huber. Zum Ehrenschützenmeister wurde Sebastian Antretter ernannt. Höhepunkte waren 1979 die Rundenwettkämpfe, Weihnachts- und Faschingsschießen, sowie das Schützenkranzl. Außerdem wurde Angeregt, im Januar 1980 ein Sebastianischießen abzuhalten. 1980 wurden Schützenhüte angeschafft, um in der Öffentlichkeit einheitlich auftreten zu können.

Bei der Neuwahl des Schützenmeisteramtes am 5. November 1982 wurde Konrad Herrmann zum 1. Schützenmeister gewählt. Am 28. Januar 1983 verstarb Ehrenschützenmeister Sebastian Antretter. In diesem Jahr wurde die Gesellschaft in das Vereinsregister eingetragen. Eine einheitliche Schützenkleidung, sowie ein Vereinsabzeichen und Ehrenzeichen wurden festgelegt.

 

Das 100-jährige Gründungsjubiläum

In der Zeit vom 22. März 1984 bis zum 1. April 1984 wurde das Jubiläumsschießen zum 100-jährigen Gründungsjubiläum der Altschützengesellschaft mit Gedächtnisschießen für die verstorbenen 1. Schützenmeister Jakob Wörndl, Johann Schmid und Sebastian Antretter in Verbindung mit dem 32. Gauschießen des Schützengaues Chiemgau-Prien durchgeführt.

609 Schützen kämpften mit Ring und Blattl um die vielen Sach- und Geldpreise. Im Jubeljahr 1984 gehörten der Schützengesellschaft „Altschützen“ insgesamt 152 Mitglieder an. Unter den 80 aktiven Schützen waren 28 Jugendliche und Schüler. Ehrenmitglied war Johann Plank aus Oberndorf.

Vom 28. Juni bis 10. Juli wurde im Festzelt am Hartsee das 100-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. 1. Bürgermeister Alexander Hörterer hat die Schirmherrschaft übernommen und stiftete einen großen Humpen. Der Patenverein Gollenshausen, die Ortsvereine und 34 Schützenvereine gaben den Altschützen die Ehre. Der Festgottesdienst wurde von Pfarrer Dr. Max Zeitler zelebriert, der auch Mitglied der Altschützen ist.

Gaujukönige wurden 1987 Hubert Ludwig jun. und 1988 Robert Langl.

Bei der Neuwahl des Schützenmeisters am 4. November 1988 wurden Hans Rott zum 1. Schützenmeister und Josef Langl zum 2. Schützenmeister gewählt. Gemeinsam mit dem ASV-Eggstätt wurde eine Biathlon-Staffel-Dorfmeisterschaft abgehalten. Die Altschützen belegten einen guten 2. Platz hinter den Jungschützen.

 

Ketten für die Pistolen- und Jugendschützen

Da das Luftpistolenschießen in Eggstätt immer beliebter wird, schafften die 4 Schützenvereine 1989 gemeinsam eine Pistolen-Schützenkette an. Alexander Hörterer stiftete viele Taler für den Kettenaufbau. Durch weitere Geldspenden konnte der Preis für die Vereine niedrig gehalten werden.

In der Zeit vom 2. März 1994 bis 6. März wurde das 19. LP-Gauschießen des Schützengaues Chiemgau-Prien von der Altschützengesellschaft ausgerichtet. Die Schirmherrschaft hatte 1. Bürgermeister Stefan Beer übernommen.

Das110-jährige Gründungsfest wurde am 4. Juni 1994 im kleinen Rahmen mit einem Gedenkgottesdienst gefeiert. Die Ortsvereine sowie der Patenverein Schützengilde Gollenshausen und Gauschützenmeister Siegfried Raab waren anwesend.

Hubert Ludwig jun. wurde 1995 Gaukönig und 2. Bezirksschützenkönig, Hans Rott wurde 2. Gaukönig. Hildegard Höck konnte 1996 den Titel der Gaukönigin erlangen. Aus den Eggstätter Schützengesellschaften wurde 1996 eine gemeinsame Rundenwettkampf-Manschaft gebildet – die SG Eggstätt.

Der Schießsport erfreut sich bei der Jugend immer größter Beliebtheit. Deshalb wurde für die Jugend der vier Eggstätter Schützengesellschaften eine Schüler-und Jugendkette angeschaft. Erster Jugend-König wurde Georg Plank jun. von den Altschützen.

Gemeinsam mit den Ortsvereinen wurde 1999 eine Bettelleuthochzeit ausgerichtet. Bräutigam Christine Mayer, Sägschützen, ehelichte die liebliche Braut Sebastian Hering, Moosschützen, Hochzeitlader war Christian Glas, Jungschützen, und Standesbeamter Hans Rott, Altschützen.

Da der Eggstätter Schießstand zu klein wurde, musste eine Lösung gesucht werden. Dem Unterwirt konnte dafür der alte Weinkeller abgerungen werden. Vor dem Schießstand wurde ein Raum für Gewehr- und Pokalschränke und zum Umziehen eingerichtet. Viele Arbeitsstunden leisteten die Jung- und Altschützen gemeinsam.

 

Quellen

Festschrift zum 100-jährigen Jubiläums- und Gedächtnisschießen von Ernst Pilz,      1984 Chronik von Hans Rott und den Vorstandsmitgliedern

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